Trauerfeiern

Im Trauergottesdienst Trost und Zuwendung finden

Sie haben einen vertrauten Menschen verloren, einen Familienangehörigen, einen Freund. Ihr Leben hat sich wahrscheinlich von einem Moment auf den an deren völlig verändert und Sie müssen mit Trauer und Schmerz fertig werden. Da stellen sich auch eine Menge Fragen: Warum musste das geschehen? Wie geht es weiter? Was ist zu tun?

Neben einem Arzt sollten Sie auf jeden Fall ein Bestattungsunternehmen verständigen, das Ihnen in der Regel auch eine ganze Reihe von Formalitäten (Standesamt, Todesanzeige, Versicherungen usw.) abnimmt. Der Bestatter wird dann in Absprache mit Ihnen, dem zuständigen Pastor/der zuständigen Pastorin und der Friedhofsverwaltung den Termin für eine Trauerfeier und die Beisetzung verabreden. Und er wird auch dafür sorgen, dass zeitnah Verwandte und Freunde über Zeit und Ort der Trauerfeier informiert werden.

Beim ersten Kontakt mit dem Pfarramt – das kann telefonisch geschehen – können schon eine Reihe von Dingen geklärt werden. In jedem Fall werden die Seelsorger einen Termin für ein ausführliches Trauergespräch mit Ihnen ausmachen.

Die Trauerfeier: Gemeinsames Singen
Ihnen wird als vom Tod direkt Betroffene meist nicht nach Singen sein. Trotzdem kann ein gemeinsam gesungenes Lied tröstlich wirken, vor allem, wenn neben den Angehörigen noch Nachbarn und Freunde zur Trauerfeier kommen. Singen verbindet die Trauergemeinde vor Ort und die Trauernden über Generationen: Immer haben sich Menschen von Liedern stärken lassen, die schon andere vor ihnen in Not und Verzweiflung gesungen haben. Viele Menschen haben es schon erlebt: Gesang öffnet oft die Schleusen zum Weinen und kann eine befreiende Wirkung haben. Bei einer Trauerfeier stellt der Gesang für die Trauernden oft eine gute Möglichkeit dar, selbst aktiv zu werden.

Blumen- und Kerzenschmuck
Blumen haben als Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens, aber auch als Zeichen der Liebe und aufblühenden Hoffnung bei der Trauerfeier und der Beerdigung eine besondere Bedeutung. Kränze symbolisieren die Vollendung des Lebens, das Leben im Glauben
zielt in einem biblischen Bild auf einen unvergänglichen Kranz. (1. Korinther 9,24f.)
Ähnlich verhält es sich mit dem Kerzenschmuck. Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Deshalb zünden Christen in den Gottesdiensten zu allen Zeiten Kerzen an.


Gedenken im Familienkreis
Nach der Trauerfeier laden viele Familien die Trauergäste zu einem Beerdigungskaffee ein. Der Bruch in der Atmosphäre, der Übergang von tiefer Traurigkeit zu familiärer Geselligkeit, irritiert manch einen. Doch die Hinwendung zur Gemeinschaft mit anderen stärkt die Hinterbliebenen für die anschließende Trauerzeit. Im gemeinsamen Gespräch können Erinnerungen an den Verstorbenen ausgetauscht werden.

Viele haben es schon erlebt – andere kann es unvermutet treffen, dass Menschen in der Familie oder im Freundeskreis versterben.Wichtig ist es den Angehörigen und Freunden, dass in der Trauerfeier an die Verstorbenen in angemessener Weise erinnert wird und dass von der unserer christlichen Hoffnung auf ein Leben bei Gott gesprochen wird. Auch das Singen von vertrauten Liedern ist wichtig.

Unsicher werden manche Angehörige, wenn es um Verhaltensweisen in der Trauerfeier geht. „Wann sollen wir am Ende der Andacht aufstehen, bevor der Sarg hinausgetragen wird?“ werde ich manchmal im Trauergespräch gefragt.

Hilfreich ist es auf die Sargträger zu achten, die in die Kapelle kommen, ihre Kopfbedeckung abnehmen und vor dem Sarg innehalten, um ihrer Achtung vor dem Verstorbenen Ausdruck zu verleihen – eine guter Augenblick sich zu erheben, um diese Achtung zu bestärken.

Dann verlassen die Sargträger mit dem Sarg die Kapelle und die Gemeinde folgt als Trauerzug.

Eine Angehörige erinnert sich: „Als wir zum Grab gegangen sind, hat es mich sehr gestört, dass die Menschen hinter mir sich über alltägliche Dinge unterhalten haben – so als ob sie meine Trauer gar nicht bemerkt haben.“

Die Gespräche im Trauerzug sind auch für die Sargträger ein Problem: „Manche sind so im Gespräch vertieft, dass sie vergessen, Anschluss zu halten“, sagt einer von ihnen. Abschied nehmen zu müssen von einem verstorbenen Menschen ist schmerzlich und durchbricht den Alltag. Für die engsten Angehörigen ist es eine Ausnahmesituation.

Abschiednehmen hat seine Formen, die gut und hilfreich sind. Wenn wir an einer Trauerfeier teilnehmen und die Angehörigen auf diesem schweren Weg begleiten, können wir ihnen beistehen mit unserem Gesang, unserer Achtung vor dem Verstorbenen und der Achtung vor der Trauer der Angehörigen.

Und wenn ich eigentlich nichts mit der Trauerfeier zu tun habe? Vor einigen Wochen war ich in einem Trauerzug auf dem Weg von der Kapelle zum Grab und wir kamen an einem Mann vorbei, der mit der Pflege eines Grabes beschäftigt war. Es war sehr wohltuend, dass er seine Arbeit unterbrach, seine Kopfbedeckung abnahm und innehielt bis wir vorbeigegangen waren. Auch das ist eine Weise, Achtung zu erweisen.  

(Von Pastorin Traute Meyer - Erstveröffentlichung in "Gruß an die Gemeinde")   

Ablauf der Trauerfeier

• Orgelvorspiel
• Begrüßung
• Psalm
• Schriftlesung
• Lied oder Musik
• Ansprache
• Lied oder Musik
• Gebet
• Segen
• Auszug aus der Trauerhalle
• Gang zum Grab
• Absenken des Sarges
• Aussegnung
• Vaterunser
• Segen

Oft ist es hilfreich, sich an diese vorgegebene Abfolge zu halten. Selbstverständlich ist es aber auch möglich, Wünsche zu äußern. Vielleicht hat sich auch der jetzt Verstorbene Gedanken gemacht und seine Wünsche gesagt oder aufgeschrieben. Dies sollte respektiert werden.