Kantorei

Singen Sie mit uns!

Die Kantorei der Ludgerikirche wurde 1886 als "Kirchengesangsverein für die lutherische Gemeinde Norden" gegründet. Dirigenten des Chores waren in seiner langen Geschichte u. a. Georg Grundmann, Gottfried Gallert, Gerhard Bau und Reinhard Ruge. Neben der Gestaltung von Gottesdiensten mit Kantaten, Messen und A-Capella-Literatur verschiedenster Epochen führt der Chor in regelmäßigen Abständen große Oratorien der Musikliteratur auf. In den letzten Jahren wurden u. a. das "Deutsche Requiem" von Brahms, die "Messe in c-moll" von Mozart, der "Elias" von Mendelssohn und die "Johannespassion" von Bach gesungen. Dabei hat der Chor bis zu 80 Mitglieder. Ausflüge und Probenwochenenden ergänzen die wöchentlichen Proben.

Probentermin: dienstags 19.30 - 21.30 Uhr im Gemeindehaus Norddeicher Straße 159 - Information und Anmeldung: Kantor Thiemo Janssen, Tel. 04931/169173


Die nächsten Termine der Kantorei sind:

Samstag bis Sonntag       3. bis 4. 3.     Probenwochenende für Konzert 30. 6.
                                                                      (Ort wird noch bekannt gegeben)

Sonntag             18.3.            10 Uhr        Gottesdienst - Kirchenvorstandswahl

Freitag                 6. 4.            17 Uhr        Musikalische Andacht zum Karfreitag
                                                                      Passionsteil aus dem "Messias" von Händel
                                                                      mit dem Ostfriesischen Kammerorchester

Samstag            12. 5.           18 Uhr        Großes Ludgerikonzert mit allen Musikgruppen

Freitag                29. 6.           abends       Probe in der Ludgerikirche mit Orchester für

Samstag            30. 6.           19 Uhr        Oratorienkonzert: "Der Messias" von G. F. Händel
                                                                       (Solisten, Barockorchester mit Martin Fliege)

Sonntag             30. 9.            10 Uhr        Singen im GD zur Goldenen Konfirmation

Sonntag             25. 11.          10 Uhr        Singen im GD zum Totensonntag

Sonntag               9. 12.          10 Uhr        Singen im GD zum 2. Advent

Montag               24. 12.          23 Uhr       Singen im GD an Heilig Abend


Jubiläumskonzert - 125 Jahre Ludgerikantorei

Berauschendes Konzert zum Jubiläum

125. Geburtstag der Ludgerikantorei – Begeisterung bei Mitwirkenden und Besuchern

Lang anhaltender Beifall für Chor, Orchester, Solisten und die Pianistin

Es ist ein Abend ohne ein gesprochenes Wort. Er gehört allein der Musik, er gehört Mozart und Beethoven, er gehört der Ludgerikantorei und den Solisten mit ihrem Publikum. Sie alle feiern gemeinsam den 125. Geburtstag der Kantorei mit einem grandiosen Konzert.
Die Kirche ist an diesem Sonnabend Abend nahezu voll besetzt, aber das ist nicht zu hören. Kaum einer bewegt sich, wird nicht musiziert, ist kein Laut zu hören. Die Spannung der Musik liegt im ganzen Kirchenschiff, sie überträgt sich von den Konzertierenden auf ihr Publikum. Alles verschmilzt zu einer Einheit unter dem Dach dieser Musik.
Das Ganze macht es
Was ist wohl der Höhepunkt? Als Dominika Iwanski aufgestanden ist von ihrem Platz am Flügel, als sie gerade den letzten Ton von Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur gespielt hat, der noch im Raum schwebt? Oder als Sopranistin Marietta Zumbült noch ein letztes Mal so richtig intensiv zu hören ist beim Laudate dominum in Mozarts Vesperae solennes de Confessore? Oder vielleicht, als die Streicher des Höchberger Kammerorchesters dominant aufspielen oder die Oboen mit ihrem durchdringenden Klang so selbstverständlich ihren Weg in jedes Ohr finden?
Es ist wohl das Ganze, das den Abend ausmacht. Da ist der große Chor der Ludgerikantorei im Hintergrund, der die Basis schafft gemeinsam mit dem Orchester, damit die Solisten vor ihnen glänzen können. Da ist der Dirigent Thiemo Janssen, der als Einziger weder singt noch ein Instrument spielt, sich also  in keiner Form äußert und doch maßgeblichen Erfolg am Gelingen des Abends hat. Er dirigiert mit einer unglaublichen Wucht. Seine Armbewegungen, seine Körperhaltung zeigen, was er hören, was er spüren und ans Publikum weitergeben will. Seine Hände verkrampfen, wenn er die Dramatik steigern möchte, er schwingt mit, wenn es lieblich und sanft durch die Kirche schallt. Das gibt exakt wieder, was in gut zwei Stunden an diesem Abend in der Ludgerikirche zu hören ist.
Krönungsmesse
Mozarts Krönungsmesse, das Vesperae solennes de Confessore und Beethovens Klavierkonzert, das ist überaus passende feierliche, aber auch von einer innigen Fröhlichkeit gekennzeichnete Musik.
Iwanskis Flügelspiel steht natürlich im Mittelpunkt bei Beethoven. Es ist unglaublich, wie sie mit dem Flügel verschmilzt, die Finger gleiten wie selbstverständlich über die Tasten, geben einfach heraus, was sie in sich trägt. Von dieser Innigkeit ist der ganze Abend geprägt. Bei Mozart befruchten sich Chor und Solisten immer wieder gegenseitig. Die Laiensänger und
-sängerinnen meistern auch schwierige Passagen mit viel Gefühl, selbst die Höhen gelingen wirklich gut, einfach alles passt an diesem Abend zusammen.
Mit Marietta Zumbült (Sopran), Annette Gutjahr (Alt), Oliver Uden (Tenor) und Jan-Bernd Strauß (Bass) stehen vor Chor und Orchester vier Solisten, die sich wunderbar in das Klangensemble einfügen, ihre Stimmen tragen, ohne andere zu erdrücken, alles schwingt zu einem sehr wohlgeformten gemeinsamen Klangteppich.
Wechselspiele
So kann das Publikum die Wechselspiele zwischen Chor und Solisten besonders genießen, weil es keinen Bruch gibt in der Musik, es kann sich tragen lassen von der feierlichen Stimmung, die sich vom ersten Moment an in der Kirche ausgebreitet hat.
Es ist Musik, die im Ohr bleibt. Sei es das „Dona nobis pacem“, sei es das „Gloria patri“, ein „Amen“ oder einfach dieser Gesamtklang: 125 Jahre Ludgerikantorei hatten eine besondere Aufführung als Geburtstagsgeschenk verdient. Tatsächlich machte sich die Kantorei selbst das schönste Geschenk mit diesen Klängen, die über Stunden im Ohr geblieben sein dürften.
(Bericht: Irmi Hartmann – Ostfriesischer Kurier vom 27.06.2011)


Impressionen vom Weihnachtsoratorium Dezember 2009


Bach im Advent 5. Dezember 2010

Advent heißt "Ankunft". Für viele Menschen gehört die Musik Joh. Seb. Bachs mit zu dem, was diese vier Wochen prägt und ausmacht.
Bach kommt also auch an - bei Musikern sowieso, denn seine Werke zu singen und zu spielen bedeutet immer eine niveauvolle Herausforderung.
So präsentierten die Norder Ludgeri-Kantorei, das Nordwestdeutsche Barockorchester, Heidrun Luchterhandt (Sopran), Ursula Thurmair (Alt), Dirk Hauenschildt (Tenor), Jan-Bernd Strauß (Baß) und Elke Johann to Settel (Sopran, als Ergänzung des Solistenquartetts) am zweiten Adventssonntag ein rund zweistündiges festliches Chor- und Orchesterkonzert in der vollbesetzten Ludgerikirche.
Doch wurde dem Hörer die Zeit nicht lang, denn zwei Kantaten, eine Suite sowie das Magnificat boten reichlich Abwechslung und den Ausführenden Gelegenheit, ihre jeweiligen Qualitäten unter Beweis zu stellen.
Präzise und sauber gelangte die Kantorei mit schönem Klang durch das filigrane Rankenwerk der oft rhythmisch so verzwickten Chorpartien, zuweilen nur durch die Instrumentalisten etwas zugedeckt.
Mit der vielbeschäftigten Heidrun Luchterhandt und Ursula Thurmair, die man sehr gerne ausführlicher gehört hätte, waren zwei hervorragende Solistinnen zu erleben, die ihren männlichen Kollegen in punkto Schaffung von athmosphärischer Dichte, Glanz und Wärme überlegen waren. Stimmgewaltig zwar, aber unsentimental und
häufig unbeweglich verschenkten Dirk Hauenschildt und Jan-Bernd Strauß manche Gelegenheit zur Umsetzung der von Bach so einfallsreich gestalteten Textauslegung.
Die prachtvolle Orchestersuite in D, als "Puffer" zwischen den Vokalwerken eingeschoben, bot sich dem  Publikum so strukturiert und gleichzeitig dynamisch dar, dass man zu dem Schluss kommen könnte, mit
Thiemo Janssen stände eher ein reiner Instrumentalist denn Kantor am Dirigentenpult, der es versteht, das Bachesche Stimmgefüge differenziert offenzulegen. "Bach im Advent" bedeutete einmal nicht die Aufführung ein
in sich geschlossenen Ganzen, wie etwa des Weihnachtsoratoriums, sondern trug in seiner aneinandergereihten Vielteiligkeit zuweilen Züge eines "Wunschkonzertes", welches zahlreiche Ohrwürmer, Highlights und Hits aus den "Charts der Barockmusik" vereinigte. Diese jedoch einmal im ursprünglichen Kontext hören zu können, war im Blick auf die üblichen Medienpraktiken eine Wohltat. Und siehe, auch das "Drumherum" bot viele, viel zu selten zu erlebende Juwelen wie etwa die von zwei Blockflöten umspielte Altarie im Magnificat; quasi ein Kleinod aus Bachs privater Schatztruhe und von den Beteiligten mit viel Gespür für's Privatissimum musiziert. Das Publikum war begeistert und zufrieden, wie sich unschwer am Beifall ablesen ließ.
So ist Bach musikalisch nicht nur sicher, sondern auch im doppelten Sinne gut angekommen.
                                                                                                                              Barbara Fischer, Emden