Musik zur Marktzeit

"Orgelmusik zur Marktzeit" sonnabends um 10.30 Uhr

Auch in diesem Jahr gab es wieder vom Mai bis Ende September an (fast) jedem Samstag eine halbe Stunde Orgelmusik, ab und zu auch Chor- oder Instrumentalmusik.
 

Musik zur Marktzeit in memoriam Gerd Willamowski

Am 2. August 2017 fand im Gedenken an Gerd Willamowski, der im März 2017 verstorben war, eine besondere Marktmusik statt.

Im Ostfriesischen Kurier schrieb dazu Michaela Kruse:

NORDEN – Sie rührte an, sie war bewegend und an mancher Stelle gab es sogar etwas zu lachen: Die „Orgelmusik zur Marktzeit“ am vergangenen Sonnabend in der Ludgerikirche war eine ganz besondere. Sie fand zur Ehrung Gerd Willamowskis statt, der im März diesen Jahres verstorben war.  „Gerd Willamowski hat in vielerlei Hinsicht Großes geleistet“, so der Kantor der Ludgerikirchengemeinde, Thiemo Janssen, „er hat das Musikleben in der Stadt Norden über Jahrzehnte hinweg entscheidend mit geprägt.“

Diese Aussage belegten die auftretende Bläserklasse des Ulrichsgymnasium Norden, die Willamowski einst gegründet hatte, der Singverein Norden von 1792, den er über Jahre hinweg geleitet hatte und die Ludgerikantorei Norden. In dieser sang er mit seiner „wunderbaren Bass-Stimme“, würdigte Kantorin Agnes Luchterhandt,  und manches Mal leitete er vertretungsweise auch die Kantorei. Zudem spielte während der „Orgelmusik zur Marktmusik“ Kantorin Luchterhandt an der Arp-Schnitger-Orgel. Sie betonte, welch „Bomben-Stimme“ Gerd Willamowski gehabt habe. Grund dafür sei seine erstklassige Ausbildung als Kind gewesen. Der gebürtige Hannoveraner habe beim dortigen Knabenchor singen gelernt. Gerd Willamowski sei immer hilfsbereit gewesen und habe auch „mal eben ein Solo gesungen“ – und das, ohne sich einsingen zu müssen.  Außerdem sei er als sehr guter Jazzklarinettist aufgetreten. „Es war wunderbar,  ihn dabei zu haben.“

Oft wird geschrieben, dass Spielorte „bis auf den letzten Platz gefüllt waren“. Bei dieser Marktmusik traf es zu. Die Ludgerikirche war restlos gefüllt. Ob Langschiff, Herrenboden oder auch Querschiff und sogar Hochchor – überall saßen und hörten die Menschen zu.

Was diese Marktmusik so anrührend machte, war nicht allein die gut ausgesuchte und wunderbare Musik – es waren die persönlichen Worte, die in der Ludgerikirche zu hören waren. Sie zeichneten ein ganz persönliches, ungemein sympathisches Bild des Verstorbenen. Den Anfang machte Jochen Fischer, der die Bläserklasse 6c des Ulrichsgymnasiums leitete. „Musik war sein Leben“, stellte Fischer fest. Willamowski hatte einst auch den Männergesangverein Marienhafe geleitet. „Diesen habe ich von ihm geerbt.“ Dass Willamowski neben der Musik auch noch ein zweites Steckenpferd gehabt hatte, machte Fischer deutlich: Gerd Willamowski war Anhänger des Fußballclubs Hannover 96. Es habe Freude gemacht, so Fischer, Willamowski einmal zu einem Spiel zu begleiten.

Nach einem Stück an der Orgel waren die Sängerinnen des Singvereins Norden von 1792 unter der Leitung von Natalia Schilref mit dem Stück „Hebe deine Augen auf“ von Mendelssohn-Bartholdy zu hören. Von 2003 bis zum Juli 2016 hatte Willamowski den Chor geleitet, ihn im vergangenen Jahr wegen seiner Erkrankung schweren Herzens aufgegeben. Hannelore Ubben, 1. Vorsitzende des Singvereins, würdigte Willamowski als einen „hilfsbereiten, aufgeschlossenen Mann“, der auch für Späße zu haben war. Der Chor erinnere sich gerne, als der Singverein in Bremen Stücke in einem Tonstudio aufgenommen habe und „Gerd mit Hand und Fuß dirigiert hat“. Um seinen Chor zu beruhigen, habe er immer gesagt: „Habt keine Angst, ich bin ja da.“ Ubben sagte: „Gerd bleibt Teil unseres Singvereins.“

Zum Abschluss trat die Kantorei der Ludgerikantorei auf. Heike Beewen, Mitglied des Kantoreirates, sagte zwischen den Stücken „Sagt es, die ihr erlöset seid“ aus dem Oratorium „Lobgesang“ von Mendelssohn-Bartholdy und „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach, dass Gerd Willamowski „Zuverlässigkeit und Sicherheit“ ausgezeichnet hätten. Sie sprach dazu von „Gerds herausragender Stimme“, die dem Chor nun fehle. Dass der Chor das Lied „Jesus bleibet meine Freude“ singe, habe damit zu tun, weil es in einem „besonders engen Zusammenhang mit ihm steht“. Gerd Willamowski habe dabei „sicher und kompetent immer die richtigen Einsätze gegeben“, sagte sie und meinte augenzwinkernd, „hoffentlich schafft Thiemo Janssen das auch gleich. Sie sagte zum Abschluss: „Danke, lieber Gerd“, und sprach damit allen Ausführenden dieser besonderen Marktmusik aus der Seele.


Marktmusik mit Orgelschülern am 17. September 2016

Zufriedene Gesichter nach erfolgreichem Auftritt: Von links nach rechts: Natalia Schilref, Natalia Sommer, Remmer Pläsier, Matthias Hübl und Ocko Grensemann
In der Orgelmusik zur Marktzeit am 17. September 2016 waren gleich fünf Organistinnen und Organisten zu hören - allesamt Schüler von Agnes Luchterhandt und Thiemo Janssen. Schon die Tage zuvor erklang fast pausenlos die Arp-Schnitger-Orgel in der Ludgerikirche, denn der Auftritt wollte gut geprobt sein. So hatten sich die fünf Nachwuchsorganisten sehr viel Übezeit reserviert, um sich möglichst optimal vorzubereiten. Trotz Lampenfieber und voller Kirche gelang den Organisten ein guter Auftritt, und die zahlreichen Zuhörer waren vom bunten Programm mit Werken von Buxtehude, Bach, Mendelssohn u. a. begeistert.
 

Norder Orgelschülerinnen in der Marktmusik am 6. Juni 2015

In der Marktmusik am 6. Juni spielten Natalia Schilref, Natalia Sommer und Hilma Hirschfeld (auf dem Foto von links nach rechts) ein buntes Programm mit Werken von Buxtehude, Böhm, Scheidemann und Franck und präsentierten dem zahlreichen Publikum ihr Können. Aufregung und Nervenflattern vorher gehörten auch dazu, aber gerade für Schüler(innen) ist es besonders wichtig, die Vorspielsituation immer wieder zu trainieren. "Außerdem übt man mehr, wenn man ein Ziel vor sich hat", war von den dreien zu hören. Natalia Schilref, Organistin und Chorleiterin der Andreaskirche, hat bereits seit längerem Orgelunterricht bei Thiemo Janssen und absolviert derzeit ein Musik-Aufbaustudium in Osnabrück. Natalia Sommer, Schülerin von Agnes Luchterhandt, ist Organistin und Chorleiterin der Ansgarikirche in Hage und bereitet sich auf die C-Prüfung als nebenberufliche Kirchenmusikerin vor. Hilma Hirschfeld ist seit kurzem Organistin der Süderneuländer Kirchengemeinde und hat bei Thiemo Janssen Unterricht. Sie wird demnächst die D-Prüfung ablegen. Allen dreien hörte man den Spaß beim Spielen an, und sie waren hinterher stolz darauf, vor einem großen Publikum gespielt zu haben.

Zwei junge Talente in der Musik zur Marktzeit am 9. Mai 2015

Während bei den Internationalen Sommerkonzerten (mittwochs ab Mitte Juni) in der Ludgerikirche Organisten aus der ganzen Welt an der Arp-Schnitger-Orgel zu hören sind, präsentiert die Marktmusikreihe öfters Musiker(innen) aus der Region. So waren am 9. Mai Marco Boomgarden am Flügelhorn und an der Trompete und Ocko Grensemann an der Arp-Schnitger-Orgel zu hören. Die beiden jungen Musiker aus Rechtsupweg sind bereits in vielfältiger Weise aktiv: Marco Boomgarden, gerade mitten im Abitur, spielt im Stadtorchester und im Bläserquartett, ist als Organist tätig und leitet seit letztem Jahr die Jugendband der Ludgerikirche. Ocko Grensemann hat seit zwei Jahren Orgelunterricht bei Agnes Luchterhandt, spielt auch Trompete und leitet mehrere Posaunenchöre. Berufswunsch der beiden: Gymnasiallehrer für Musik. In ihrem bunten Marktmusikprogramm spielten die beiden Nachwuchstalente barocke Kompositionen von Buxtehude, Händel und Bach und beendeten die halbe Stunde mit dem berühmten Te Deum von Charpentier. Die über 150 Zuhörer(innnen) waren begeistert!

Norder Organistennachwuchs in der Musik zur Marktzeit

Auf dem Foto von links nach rechts:
Natalia Schilref, Marja Goronzy, Hilma Hirschfeld, Natalia Sommer, Ocko Grensemann
Am 12. Juli 2014 spielten einige Orgelschüler von Agnes Luchterhandt und Thiemo Janssen in der Marktmusik in der Ludgerikirche. Hilma Hirschfeld und Natalia Schilref aus Norden, Natalia Sommer aus Hage und Ocko Grensemann aus Rechtsupweg hatten ein Programm mit Musik von Buxtehude bis Dvorak vorbereitet. Dazu sang Marja Goronzy aus Norden zwei Lieder, begleitet von Natalia Schilref. Natürlich gehört ein bisschen Lampenfieber dazu, vor allem, wenn man vor einem zahlreichen Publikum spielt, das zum großem Teil Stammgast in der beliebten Marktmusik ist.
Doch alle fünf hatten ihre Stücke sehr gut vorbereitet und überzeugend rübergebracht, so dass das Publikum begeistert war. Als Organist in Ostfriesland ist man immer sehr gefragt und kann an den wunderbaren historischen Orgeln spielen. Der Unterricht wird vom Sprengel Ostfriesland und vom Kirchenkreis Norden bezuschusst. Nähere Informationen erteilen gerne Agnes Luchterhandt und Thiemo Janssen, Tel. 04931/169173.

Junge Musiker in den Marktmusiken 2014

Zweimal musizierten Nachwuchsmusikanten in der Musik zur Marktzeit sonnabends in der Ludgerikirche:
Am 21. Juni ließ sich der Kinderchor der Ludgerikirche hören, der unter der Leitung von Agnes Luchterhandt ein buntes Sommerprogramm mit geistlichen und weltlichen Liedern zum Sommeranfang präsentierte.
Am 5. Juli trat die Bläserklasse 7c vom Ulrichsgymnasium unter der Leitung von Helmut Budzin auf, der kurzfristig den erkrankten Gerd Willamowski vertrat. Bei flotten Gospels und Bläsersätzen von Bach und Händel konnte man darüber staunen, wieviel die jungen Musikanten von den ersten Tönen auf dem neuen Instrument bis jetzt gelernt haben - ein toller Abschluss der Bläserklasse, die nun nach drei Jahren mit den Sommerferien endet.

Orgelfahrt zugunsten des Förderkreises Kirchenmusik

Mehr als 40 Orgelenthusiasten waren am Sonnabend, den 24. Mai 2014, unterwegs zu Schätzen der ostfriesischen Orgellandschaft

Die diesjährige Orgelfahrt unter der Leitung des Ludgeri-Kantors Thiemo Janssen führte diesmal in den östlichen Teil des Orgelpardieses Ostfriesland.

Ausgangspunkt war die Marktmusik mit einem meisterlichen Konzert, gespielt von Thiemo Janssen an der größten ostfriesische Orgel, der Arp-Schnitger-Orgel mit ihrer so wundervollen Klangpracht in der Ludgeri-Kirche Norden, die einen für dieses  Instrument und seine Musik immer wieder idealen Klangraum bietet .

Die Fahrt führte dann nach Dornum zur dortigen bekannten Holy-Orgel, die insbesondere mit ihren wunderschönen Flötenregistern die Zuhörer immer wieder verzaubert. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Ahnensaal in der Benninga-Burg in Dornum, wo es ausreichend Zeit zum gemeinsamen kulturhistorischen, insbesondere musikalischen, Gedankenaustausch gab,  ging es weiter nach Funnix in die dortige Kirche, wo nach einem herzlichen Empfang durch den dortigen Pastor nicht nur die schöne Orgel zu hören war, sondern insbesondere auch der herrliche, barocke Schnitz-Altar tief beeindruckte .

Anschließender Höhepunkt war dann die kürzlich von der Ogelbaufirma Hendrik Ahrend neu restaurierte Richborn-Orgel in Buttforde, die mit Ihren herrlichen Registern zum Teil auch Renaissance- Atmosphäre vermittelte  und mit ihrem  für bisherige Orgel-Ohren relativ kräftigen, wohl historisch belegten, Winddruck einen ebenso neuen wie imposantenEindruck und Nachklang bei den Zuhörerinnen und Zuhörern hinterließ. 

Dass die Orgeln in Ihrer wunderbaren  Pracht erklangen und die Herzen der zahlreichen Orgelfahrerinnen und Orgelfahrer eroberten, war nicht nur den Instrumenten, sondern insbesondere auch Thiemo Janssen zu verdanken, der mit ebenso musikalischer Inspiration und Intuition und mit seiner wundervollen Improvisations- und Registrierkunst und gleichermaßen mit organologischer Fachkenntniss die Kunst des Orgelspiels in seiner schönsten Form meisterhaft präsentierte. Ebenso fachkundig und gleichermaßen inspirierend waren Theda Stegmanns Kirchenführungen, bereits beginnend in Norden bis hin nach Buttforde, so dass  die Fahrt ebenso musikalisch wie auch kunsthistorisch ein voller, gelungener Erfolg war, an den sich alle gern zurück erinnern.  

Der Förderkreis Kirchenmusik in Ludgeri, der bereits seit Jahren als feste Größe die dortige Kirchenmusik kontinuierlich fördert, ist damit nicht nur für das musikalische Leben in Norden, sondern auch weit über die  Grenzen der Ludgeri-Gemeinde hinaus impulsgebend tätig.

Somit war diese Orgelfahrt ebenfalls eine wunderbare Geste des LudgerikantorsThiemo Janssen auch an den Förderkreis, da dessen  Mitglieder eine entsprechende Ermäßigung erhielten. Inspiriert durch die schönen Eindrücke der Fahrt traten einige Gäste, zum Teil auch von weiter weg kommend, dem Förderkreis bei.

Zwei Mitglieder der Orgelfahrt waren eigens für diese aus Düsseldorf angereist und gingen aus dieser Orgelfahrt als neue, inspirierte  und inspierierende Förderkreis-Mitglieder hervor.

Diese Orgelexpedition, die mittlerweile schon zum festen kulturellen  Bestandteil Ostfrieslands mit seinem Orgelparadies gehört, sollte bald ihre Fortsetzung finden!  (Reinhard Böhlen


Die Kinder haben das letzte Wort

Mit einer besonderen "Marktmusik für Kinder" ging die Orgelsaison 2013 in der Norder Ludgerikirche zu Ende
Mit einer speziellen Marktmusik für Kinder ging am 28. September 2013 die Orgelkonzertsaison in der Norder Ludgerikirche zu Ende. Dabei sangen die 16 Mitglieder des KinderJugendchores unter der Leitung von Agnes Luchterhandt im bis auf den letzten Platz besetzten Chorraum der Ludgerikirche. Nach "Es läuten alle Glocken" und "Der Herbst ist da" gab es noch die beiden israelischen Lieder "Shalom chaverim" und "Hevenu shalom". Zwischendurch boten Sven Pittelkow und Oscar Janssen kammermusikalische Einlagen auf Querflöte und Violine. Thiemo Janssen ließ zum letzten Mal die große Arp-Schnitger-Orgel erklingen. Der Clou zum Schluss: Unter allen anwesenden Kindern wurde eine große Playmobil-Kirche verlost - als Trostpreis gab es Smarties für alle und Sonnenblumen für die jungen Sänger.
Insgesamt fand zwischen Anfang Mai und Ende September 22 Mal die "Orgelmusik zur Marktzeit" statt, die sich immer mehr zu einem Publikumsmagnet entwickelt und oft über 200 Zuhörer(innen) anzieht. Auch die Orgelkonzerte am Mittwoch Abend vom 26. Juni bis zum 4. September waren gut besucht, so dass insgesamt über 4000 Besucher(innen) in dieser Saison die musikalischen Angebote rund um Ostfrieslands bedeutendeste Orgel wahrgenommen haben. Damit zeigt sich das Organistenehepaar Agnes Luchterhandt und Thiemo Janssen sehr zufrieden, zumal die Konzerte im Gegensatz zu anderen mit relativ geringem personellen und finanziellen Aufwand durchgeführt werden können. Auch wenn die Sommersaison nun vorbei ist: Die Arp-Schnitger-Orgel erklingt immer in den Gottesdiensten und auch bei Orgelführungen, und man kann sich jetzt schon auf das traditionelle Benefiz-Orgelkonzert zu Weihnachten am 28. Dezember freuen, das diesmal vom Norder Rotary-Club ausgerichtet wird mit Thiemo Janssen an der Orgel. "Wirklich schade, dass die Marktmusik jetzt rum ist", war von einigen Stammgästen zu hören, "aber wir freuen uns schon auf die Fortsetzung im nächsten Mai!".

Marktmusik für Kinder

Manchmal gibt es auch eine Martkmusik speziell für Kinder.

Exkursionen mit Thiemo Janssen zu historischen Orgeln

Jürgen Ahrend & Thiemo Janssen an der Orgel in Uttum

Gelegentlich finden Exkursionen zu historischen Orgeln in Ostfriesland statt, z. B. für den Förderkreis Kirchenmusik und interessierte Gäste.
Die Veranstaltung startet oft mit einer kleinen Führung auf der Empore der Arp-Schnitger-Orgel und der Orgelmusik zur Marktzeit.